LLL Heute #4 – Inklusion und Outreach

Das LLLI Inclusion and Outreach (I & O) Komitee wurde gegründet, um den LLLI Vorstand zu beraten und Empfehlungen auszusprechen, die das Ziel haben, die Inklusivität und Reichweite der La Leche League zu erhöhen. Das Komitee hat sich verpflichtet, die Barrierefreiheit zu verbessern, damit alle Familien einfühlsame Unterstützung erhalten, um die Bedürfnisse ihrer Familien zu stillen und zu erfüllen.

Um mehr Barrierefreiheit zu schaffen, ist es wichtig, die Systeme der Unterdrückung, Diskriminierung und Barrieren zu erforschen, die derzeit bestehen und den Familien den Zugang zu unserem Angebot erschweren. Einer der ersten Schritte bei der Erforschung dieser Barrieren ist die Bereitstellung zusätzlicher Gelegenheiten zum Lernen und zur Selbsterkundung über EDI und RJ (Equity, Diversity, Inclusion and Restorative Justice = Gleichberechtigung, Vielfalt, Inklusion und wiederherstellende Gerechtigkeit). Zu diesem Zweck arbeitet das I&O-Komitee zusammen, um einzigartige Lerneinheiten für Teilnehmer des LLLI-Vorstands, des LAD-Rats sowie für Administratoren der LLL-Direct-Connect-Einheiten zu entwickeln.

Bei unserer letzten Lerneinheit [1] waren wir dankbar, dass wir mit Ausbildern für Kommunikationsfähigkeiten zusammenarbeiten konnten, um in kleineren Gruppen das Thema “Beschimpft werden, Verteidigung und Möglichkeiten der Reaktion” zu diskutieren.

Die vertraulichen Kleingruppen wurden von engagierten Beraterinnen betreut, um spezifische Fragen zu erörtern, die die Selbsteinschätzung und Problemlösungsstrategien fördern. Es wurden Schulungen angeboten, um das Verständnis für Beschimpfungen und den Verteidigungsstrategien zu vertiefen. Es wurden Hilfsmittel zur Verfügung gestellt, die helfen, effektiv zu reagieren, wenn man beschimpft wird. Einige Rollenspiele wurden durchgeführt, um konkrete Beispiele für mögliche Szenarien zu geben.

Es wurden zwei Konzepte hervorgehoben: Ton-Kontrolle und implizite Voreingenommenheit. Ton-Kontrolle (Tone Policing) liegt vor, wenn jemand die Art und Weise kritisiert, wie ein Argument oder eine Situation über Unterdrückung aufgrund persönlichen Unbehagens dargestellt wird, anstatt sich direkt mit dem Thema auseinanderzusetzen. Implizite Voreingenommenheit kann dazu führen, dass jemand von marginalisierten Menschen erwartet, dass sie immer auf “nette” Weise kommunizieren, um das eigene Unbehagen über den Schaden, den sie angerichtet haben, zu lindern. Es ist wichtig, sich das Unbehagen zu eigen zu machen und daran zu arbeiten, zuzuhören und Probleme zu lösen, wenn unsere Handlungen/Worte andere verletzen, selbst wenn dies unabsichtlich geschieht.

Es wurden praktische Vorschläge für die Übernahme von Verantwortung gemacht und Wege aufgezeigt, um weiterzukommen. Zu den Strategien zur Überwindung von Fehlern gehört es, den Betroffenen aktiv zuzuhören, sich für ihre Bereitschaft zum Austausch zu bedanken, das Geschehene anzuerkennen und die persönliche Verantwortung dafür zu übernehmen, mehr über das betreffende Thema zu erfahren. Denken Sie daran, dass es nie die Aufgabe von ausgegrenzten Menschen ist, andere aufzuklären, und dass es oft zu zusätzlichem Schaden führt, wenn man sie in diese Lage bringt. 

Während der Amtszeit des I&O-Ausschusses 2022-2023 boten wir im Oktober 2022 die Veranstaltung “Zusammenarbeit bei der Umsetzung von Gleichberechtigung, Vielfalt, Inklusion und wiederherstellender Gerechtigkeit” an. Die Sitzung wurde von Ausschussmitglied Mercedes Pridgen (LLL Alliance) geleitet, die von den Ausschussmitgliedern Petrichor Kneeland-Campbell (LLL USA) und Benaifer Bhandari (LLLGB) sowie den Beraterinnen Lorraine Taylor (LLLNZ) und Lydia de Raad (EAN) unterstützt wurde.

Hier sind einige Höhepunkte aus dieser Lerneinheit aufgeführt:

  • Petrichor Kneeland-Campbell erzählte von ihren umfangreichen Erfahrungen bei der Bildung von Ausschüssen, die sich mit Inklusion und Öffentlichkeitsarbeit befassen. Sie betonten, wie wichtig eine möglichst respektvolle Unterstützung für Menschen mit Ausgrenzungserfahrungen ist und dass man sich bei dieser Arbeit vor Burnout schützen muss.
  • Lorraine Taylor gab einen kurzen Überblick über die Geschichte der Kolonialisierung Neuseelands, die Auswirkungen auf das Stillen und die Reaktion und Verpflichtungen von LLL NZ in diesem Zusammenhang. Sie erläuterte die engagierten Bemühungen von LLL NZ um eine gerechtere Arbeitsweise durch umfassende Forschung, die Anhörung von Menschen mit Lebenserfahrung und die Anwendung von Grundsätzen der guten Führung auf die Organisation.
  • Benaifer Bhandari erzählte, wie inspirierend der furchtlose Kampf von LLLGB gegen das Patriarchat zum Schutz von Frauen, Müttern und Eltern war und wo wir jetzt stehen, indem wir dieselbe Leidenschaft nutzen, um andere Menschenrechtsfragen in der Welt des Stillens/Bruststillens/der Muttermilchernährung anzugehen.
  • Lydia de Raad schöpfte aus ihrer umfangreichen Erfahrung mit Publikationen. Sie vermittelte Strategien zur Erstellung von Publikationen, die auf Barrierefreiheit ausgerichtet sind. Sie betonte, wie wichtig es ist, für das Publikum zu schreiben, das man erreichen möchte. Heutzutage sind Eltern an kurze Informationshappen mit vielen Bildern gewöhnt. Man muss ihre Aufmerksamkeit „erregen”. Es ist wichtig, sozioökonomische Faktoren, Lese- und Schreibfähigkeiten, Behinderungen, Geschlechtsidentität, Neurodiversität usw. zu berücksichtigen, um Materialien erstellen zu können, die alle Familien ansprechen. Es gibt große Gruppen von Menschen, die keinen leichten Zugang zu unseren Materialien haben. Sie im Blick zu haben und zu berücksichtigen, hilft dabei, Barrierefreiheit zu schaffen.

Wir freuen uns über neue Mitglieder für das Geschäftsjahr 2023-2024. Wenn du eine Leidenschaft für Gleichberechtigung, Vielfalt, Inklusion und opferorientierte Justiz (EDI & RJ) hast und Teil einer erstaunlichen, weltweiten Gruppe von Beraterinnen sein willst, sende bitte eine E-Mail an iandocmte@llli.org, um mehr über diesen Ausschuss zu erfahren.


Inklusion und Outreach (nicht Öffentlichkeitsarbeit) Komitee